Übereinkommen über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes

Völkermord — eine Definition

Bodies_of_Rwandan_refugeesVölk­er­mord wird auch als Genozid beze­ich­net und stammt vom griechis­chen Wort für Herkun­ft, Abstam­mung (génos) und dem lateinis­chen Wort für mor­den, met­zeln (caedere) ab. Die Kon­ven­tion über die Ver­hü­tung und Bestra­fung des Völk­er­mordes enthält eine Def­i­n­i­tion von Völk­er­mord.

Nach Artikel II ver­ste­ht man darunter, die an ein­er nationalen, eth­nis­chen, ras­sis­chen oder religiösen Gruppe began­genen Hand­lun­gen:

  1. Tötung von Mit­gliedern der Gruppe;
  2. Verur­sachung von schw­erem kör­per­lichem oder seel­is­chem Schaden an Mit­gliedern der Gruppe;
  3. vorsät­zliche Aufer­legung von Lebens­be­din­gun­gen für die Gruppe, die geeignet sind, ihre kör­per­liche Zer­störung ganz oder teil­weise her­beizuführen;
  4. Ver­hän­gung von Maß­nah­men, die auf die Geburten­ver­hin­derung inner­halb der Gruppe gerichtet sind;
  5. gewalt­same Über­führung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe.

 

Diese Hand­lun­gen müssen in der Absicht began­gen wer­den, die Gruppe als solche ganz oder teil­weise zu zer­stören.

Es macht sich also schon jemand des Völk­er­mordes schuldig, der lediglich beab­sichtigt, also den Vor­satz hat, eine Men­schen­gruppe zu ver­nicht­en. Ist eine der Tat­en von Artikel II a bis e der Kon­ven­tion tat­säch­lich durchge­führt wor­den in Ver­nich­tungsab­sicht, dann ist es uner­he­blich, ob oder wie viele Mit­glieder der Gruppe wirk­lich ver­nichtet wor­den sind. Let­z­tendlich braucht man für die Straf­barkeit das “Ziel” nicht erre­icht zu haben.