Übereinkommen über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes

Völkermord — eine Begriffsbestimmung

Überlebende des Herero-Massakers in Deutsch-Südwest-Afrika (Namibia)

Über­lebende des Herero-Mas­sak­ers in Deutsch-Süd­west-Afri­ka (dem heuti­gen Namib­ia)

Was Völk­er­mord im Sinne der UN-Völk­er­mord­kon­ven­tion ist, ergibt sich aus Art. II, der bes­timmte, genau aufgezählte Hand­lun­gen erfasst, die sich gegen

  • nationale,
  • eth­nis­che,
  • ras­sis­che oder
  • religiöse

Grup­pen mit der Absicht richt­en, diese ganz oder teil­weise zu ver­nicht­en.

Als solche Hand­lun­gen des Völk­er­mord gel­ten:

  • die Tötung,
  • die Ver­let­zung der kör­per­lichen oder geisti­gen Integrität,
  • die Lebens­ge­fährdung durch Ver­schlechterung der Lebens­be­din­gun­gen,
  • die Geburten­ver­hin­derung inner­halb der auszurot­ten­den Bevölkerungs­gruppe und
  • die gewalt­same Über­führung von Kindern aus der auszurot­ten­den in eine andere Bevölkerungs­gruppe.

 

Artikel II

In dieser Kon­ven­tion bedeutet Völk­er­mord eine der fol­gen­den Hand­lun­gen, die in der Absicht began­gen wird, eine nationale, eth­nis­che, ras­sis­che oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teil­weise zu zer­stören:

  1. Tötung von Mit­gliedern der Gruppe;
  2. Verur­sachung von schw­erem kör­per­lichem oder seel­is­chem Schaden an Mit­gliedern der Gruppe;
  3. vorsät­zliche Aufer­legung von Lebens­be­din­gun­gen für die Gruppe, die geeignet sind, ihre kör­per­liche Zer­störung ganz oder teil­weise her­beizuführen;
  4. Ver­hän­gung von Maß­nah­men, die auf die Geburten­ver­hin­derung inner­halb der Gruppe gerichtet sind;
  5. gewalt­same Über­führung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe.